2017

One Billion Rising Alsfeld 2017

Alsfeld 2017 - One Billion Rising

Hier eine Nachberichterstattung aus Alsfeld 2017: “Es wird Zeit zu begreifen, dass wir, wenn wir keine Gewalt wollen, aufhören müssen gewalttätig zu sein – egal gegen wen, ob nun gegen menschliche oder nichtmenschliche Tiere.”

One Billion Rising: tanzen gegen Gewalt für Gerechtigkeit

Bei sonnigem Winterwetter waren um die 60 Frauen in Alsfeld auf dem Marktplatz erschienen, um gegen Gewalt zu tanzen.

Auch die Beauftragte für Integration, Inklusion und Gleichstellung des Vogelsbergkreises Frau Magdalena Pitzer und Stadtrat Heinrich Muhl waren gekommen, um diese Aktion gegen Gewalt zu unterstützen.

In Deutschland ist jede vierte Frau von Gewalt betroffen, wobei die Zahlen stetig weiter ansteigen. „Gewalt hat viele Gesichter und Gewalt hat lebenslange Folgen. Gewalt geht uns alle etwas an“, so Pitzer.

Der Tanz als Aufruf die eigenen Ketten zu sprengen, aufzustehen gegen Gewalt und für Gerechtigkeit wurde 2012 von der amerikanischen Künstlerin Eve Ensler ins Leben gerufen.

„One Billion Rising“ ist eine weltweite Aktion, die dagegen protestiert, dass weltweit jede dritte Frau in ihrem Leben Gewalt erfährt. Somit ist eine Milliarde Frauen betroffen.

Die Aktion soll die Gewalt ins Bewusstsein rufen, öffentlich und somit sichtbar machen. Sie will auch auf die Straflosigkeit von Gewalt aufmerksam machen die bei Straftaten gegen Arme, Opfer von Rassismus, Krieg und Imperialismus und die Plünderung der Umwelt besteht, dazu gehört auch der Speziesismus und die regelrechte Vernichtung unserer Mitwelt.

Wir Frauen tanzen. Wir tanzen alle … die Christin … die für den Geschmack auf ihrer Zunge, für ihren Essspaß misshandeln und töten lässt.

Die Bäuerin die gegen Gewalt und für Gerechtigkeit tanzt, während sie ihren qualgezüchteten Kühe die Babymilch nimmt, Mütter für Geld ausbeutet, ihnen nach 9 Monaten Schwangerschaft die Kälber wegnimmt und wenn nicht mehr genug Geld aus ihnen zu pressen ist, sie grausam abschlachten lässt, denn auch dafür gibt es Geld. Die Bäuerin nimmt damit auch den Kälbern die Mütter und die männlichen Kälber werden als Abfallprodukt der Ausbeutung ebenfalls ihrem schrecklichen Schicksal, der grausamen Schlachtung, noch als Tierbabys zugeführt.

Wir Frauen die gerne Fleisch, also die Leichen unserer Opfer essen, Tiermilch trinken und Tierkäse essen, also die Babymilch unserer ausgebeuteten, misshandelten, getöteten Opfer für unseren Essspaß nutzen, tanzen ebenfalls gegen Gewalt. Doch ‘Fleisch’, Tiermilch, Tierkäse und alles von Tieren wie Pelz und Leder kommt nur mit grauenhafter Gewalt zustande. Wir alle tanzen gegen Gewalt und für Gerechtigkeit. Wir tanzen für das was wir uns wünschen, aber nicht bereit sind zu tun. Weil wir Angst haben? Oder einfach nur, weil es unbequem ist?

Die Christinnen und ihre Kirchen feiern, jedes Jahr wieder, ihre blutrünstigen heiligen Schlachtfeste. Zu Ostern, das grausame Schlachtfest bei dem mit Vorliebe Lämmer, die Babys der Schafe getötet werden, nur für unseren (Ess-)Spaß. Zu Weihnachten findet das blutrünstigste aller Schlachtfeste statt, wobei mehr getötet wird als das ganze Jahr schon, einfach nur aus Gewohnheit und Mitgefühllosigkeit, während die Kirchen Mitgefühl predigen.

Die Tötung der Tiere die wir zu Nutztieren degradiert haben, wie früher die schwarzen Menschen zu Sklaven, ist schon lange mit nichts mehr zu rechtfertigen.

Die Tierhaltung, genauer: die Tierausbeutung und die damit verbundene Tötung von Tieren für Nahrungsmittelzwecke hat mit der Verfügbarkeit alternativer Nahrungsmittel ihre Begründung verloren. Die Tierausbeutung dient heute nicht mehr der Versorgung mit lebensnotwendiger Nahrung, sondern einzig und allein der Versorgung mit Geld für einige Menschen. Wir alle leben mit der Gewalt und Mitgefühllosigkeit gegen unsere Opfer.
Laut Tierschutzgesetz bedarf es eines ‘wichtigen’ Grundes ein Tier zu töten und Spaß (Gaumenfreude) und Geld gehören zu den niedrigsten Beweggründen für das Töten die wir kennen.

Die Gewalt gegen unsere Opfer bedeutet auch immer Gewalt gegen Menschen, insbesondere Frauen. Sie bedeutet psychische Gewalt, denn Frauen leiden am meisten unter der Gewalt gegen andere Tiere. 80% der aus ethischen Gründen vegan lebenden Menschen sind Frauen. Sie alle sind von dieser Gewalt in unserem patriarchalen Gewaltsystem betroffen. Das sind all die die die Augenbinden abgenommen und die Augen aufgemacht haben und Mitgefühl mit unseren Opfern entwickelt haben.

Wenn wir Frauen mit unserer Gewalt gegen die anderen Tiere nicht aufhören, hört auch die Gewalt gegen uns selbst nicht auf, denn wir werden dafür auch weiterhin unsere Kinder und späteren Männer auf Gewalt konditionieren, um Schlachter zu haben, für unsere blutigen Mahlzeiten.

Es wird Zeit, dass wir uns weiterentwickeln. Wir haben es geschafft die legale Versklavung schwarzer Menschen abzuschaffen. Dies war möglich, weil wir kollektiv Mitgefühl für unsere damaligen Opfer entwickelt haben. Unser Mitgefühl für unsere Opfer ist der Schlüssel für unsere Entwicklung zu einem möglichst gewaltfreien Leben. Eine Entwicklung die wir anstreben aus einem tiefen Wissen heraus, auch mit diesem Tanz, dass Gewalt falsch ist. Egal, gegen wen sie sich richtet.

Wenn wir keine Gewalt wollen … müssen wir aufhören gewalttätig zu sein. Dazu gibt es keine Alternative. Doch die Gewalt an die wir gewöhnt sind, nehmen wir nicht wahr.

Wir haben die Macht uns unsere Gewalttätigkeiten zu legalisieren und glauben fest daran, dass unsere Gewalt gegen andere richtig ist, weil rechtens.

Wir sehen nicht, dass wir, als Gesellschaft, Männer zu Gewalttätern machen, sie von klein auf darauf konditionieren, denn wir brauchen Schlächter für unsere Schlachthäuser und Soldaten für unsere Schlachtfelder. Mitgefühl gehört zum männlichen Rollenbild daher nicht dazu. Glücklicherweise gibt es trotzdem viele Männer deren Mitgefühl nicht verloren gegangen ist.

Gewalt ist die Grundlage unseres Gewaltsystems, unseres patriarchalen Gewaltsystems, dass wir jeden Tag aufs Neue füttern, mit unserem bewusstlosen, blutrünstigen, mitgefühllosen Verhalten, denn … die Gewalt an die wir gewöhnt sind, nehmen wir nicht wahr.

One Billion Rising plädiert dafür die Augenbinden abzunehmen, hinzugucken und den Mund aufzumachen. Das ist genau das was wir brauchen, aber das ist unbequem und wenn es unbequem wird, schließen wir doch lieber Augen und Ohren?

Eine Aktion, die hoffentlich ein neues Bewusstsein und ein Ende der Gewalt auf der ganzen Welt fördert? Hoffen wir, dass die Aktion dazu beiträgt die eigene Gewalttätigkeit zu erkennen und zu beenden. Es ist so einfach.

Es ist nicht schön vegan zu sein, also möglichst gewaltfrei leben zu wollen und auch danach zu handeln in solch einer blutrünstigen Welt in der wir alle Mitgefühl, Gerechtigkeit und Gewaltfreiheit wollen, aber eben nur für uns selbst. Wogegen die Gewalt gegen andere erwünscht ist, gut bezahlt wird und permanent stattfindet, wenn sie nur die geringsten Vorteile zu bieten scheint.

Es wird Zeit zu begreifen, dass wir, wenn wir keine Gewalt wollen, aufhören müssen gewalttätig zu sein – egal gegen wen, ob nun gegen menschliche oder nichtmenschliche Tiere.

Quelle: www.veggie-vision.de

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