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Fussfessel-System schützt erfolgreich gegen Femizide

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Gute Nachrichten aus Spanien: Fussfessel-System schützt erfolgreich gegen Femizide.


Fussfessel-System schützt erfolgreich gegen Femizide

Spanien nutzt seit 2009 ein telematisches Überwachungssystem (oft als „Fussfessel“/GPS-Fessel beschrieben), um gerichtliche Annäherungsverbote in Fällen von geschlechtsspezifischer Gewalt zu überwachen. Die verfügbaren Berichte zeichnen ein insgesamt positives Bild: In Medienberichten und Aussagen von Fachstellen wird wiederholt hervorgehoben, dass bislang keine Frau getötet wurde, während sie mit einem solchen Gerät geschützt wurde. Gleichzeitig zeigen die letzten Jahre auch Grenzen: technische Störungen (u. a. bei Datenmigration), Abdeckungslücken in ländlichen Gebieten sowie Belastungen durch Fehlalarme können die Wirksamkeit im Einzelfall schwächen.

Flamme Figur gelb

Was ist mit „Fussfessel“ in Spanien gemeint?

In Spanien wird die Massnahme als „Sistema de seguimiento por medios telemáticos“ umgesetzt. Typischerweise trägt der Täter ein GPS-Gerät (Fessel/Tracker). Die betroffene Person hat ein Empfangsgerät/Tracker; bei Annäherung (z. B. Unterschreiten einer gerichtlichen Distanzzone) werden Opfer und Polizei/Leitstelle alarmiert. Das Kontrollzentrum wird häufig mit „COMETA“ bezeichnet.

Woran lässt sich der Erfolg ablesen?

Schutzwirkung im Betrieb:
In Berichten wird betont, dass keine der Frauen, die seit 2009 mit dem System geschützt waren, während dieser Schutzmassnahme getötet wurde.
Skalierung und Nutzung:
Im Jahr 2024 wurden laut Berichten (unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft/„Memoria“ der Fiscalía) 2.016 neue Fälle mit telematischer Überwachung angeordnet; Ende 2024 waren über 4.550 Geräte aktiv.
Institutionelle Bewertung:
Regionale Staatsanwaltschaften bezeichnen die Geräte mehrheitlich als „unbestreitbar nützlich“ zum Opferschutz, auch wenn sie operative Probleme benennen.
Wissenschaftliche/fachliche Einordnung:
Fachliteratur beschreibt das System als präventives Instrument, das bei Verstössen früh warnt und Sicherheitskräfte einbindet, wodurch Eskalationen eher verhindert werden können.

Grenzen und Kritikpunkte

Technische Probleme und Datenzugriff: 2024 kam es im Kontext eines Anbieterwechsels zu Problemen beim Zugriff auf historische Standortdaten; das löste Debatten über Beweisführung und einzelne Verfahren aus.
Praktische Hürden in kleinen Orten/auf dem Land: Berichte nennen Schwierigkeiten, Distanzzonen (z. B. 500 m) in kleinen Gemeinden einzuhalten, sowie Abdeckungslücken und längere Reaktionswege.
Belastung für Betroffene: Wiederholte Incidents/Fehlalarme können Stress auslösen; es wird berichtet, dass einige Betroffene die Entfernung der Geräte beantragen.
Keine „Alleinlösung“ gegen Femizide: Die Fussfessel wirkt vor allem dort, wo ein Risiko erkannt wurde und ein Gericht die Massnahme anordnet. Viele Tötungsdelikte passieren ohne vorherige Anzeige oder ohne laufende Schutzmassnahme.

Einordnung speziell mit Blick auf Femizide

Die Fussfessel ist in Spanien Teil eines breiteren Schutzsystems (u. a. polizeiliches Risikomanagement). Als Erfolgskriterium wird häufig die sehr starke Schutzbilanz bei laufender Massnahme genannt. Für die Gesamtzahl an Femiziden ist die Massnahme jedoch nur ein Baustein: Entscheidend bleibt, ob Risiken früh erkannt werden, Schutzanordnungen schnell erfolgen und die technische/operative Umsetzung zuverlässig ist.

Quellen:
EL PAÍS (19.09.2025) — Hintergrund/Schutzbilanz und Aktiv-Zahlen.
RTVE.es (19.09.2025) — Verbreitung/Regionen; neue Fälle 2024; aktive Geräte Ende 2024; Einschätzungen aus Staatsanwaltschafts-Memorien.
Ministerio de Igualdad – Violencia de género — Beschreibung des telematischen Systems (Annäherungsverbote, COMETA).
Newtral (19.09.2025) — Erklärung des Problems bei Datenmigration/Anbieterwechsel und Folgen für Datenzugriff.
Marugán Pintos (2022) — Bewertung telematischer Präventionssysteme und Einbettung des COMETA-Systems (Revista Sociología y Tecnociencia).


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